Glanz einer Epoche: Europäischer Jugendstilschmuck im Museum Künstlerkolonie

Marie Alexandre Lucien Coudray
Brosche in Gestalt einer Frau mit Libellenflügeln, um 1901
Gold, Platin, Fensteremail, Farb- und Lasurreste, Brillianten, Diamanten, Rubine, Smaragde
8,2 cm x 7,8 cm
Hessisches Landesmuseum Darmstadt

Wer wirklich erkennen wollte, was es mit der blütenblattförmigen Brosche René Laliques auf sich hatte, musste schon sehr nah an die Schmuckträgerin herantreten. Denn nur auf kurze Entfernung, schon fast mit der Nase im Dekolleté, wurden die zischelnde Köpfe von Kobras erkennbar. Nicht nur mit solchen Spielereien hat sich Lalique seinen legendären Ruf als Schmuckéntwerfer der Jahrhundertwende gesichert. Auch dass nun statt auf Brillanten auf Motive gesetzt wurde, Halbedelsteine und Email ins Spiel kamen war eine Neuerung aus Paris, die europaweit richtungsweisend wurde.Wer etwas über die Rolle der Frau dieser Zeit erfahren möchte, kann in der Schmuckausstellung „Glanz einer Epoche“ eine Lehrstunde erleben. Frauen als Fabelwesen und Halbwesen mit Schmetterlingsflügeln sind dort zu sehen, oder auch gänzlich nackte, grazile Persönchen mit Flügeln. Eins ist allerdings ebenfalls klar: auch wenn es um die Jahrhundertwende eine polarisierende Stilisierung der Frau in femme fatale oder femme fragile gegeben hat – wer diesen Schmuck getragen hat, der muss einfach eine selbstbewusste Frau gewesen sein.

Copyright Julia Reichelt

Zur Ausstellung: In Kooperation mit dem Hessischen Landesmuseum Darmstadt werden rund 150 Schmuckobjekte unter anderem von René Lalique, Georges Fouquet, Jan Eisenloeffel oder Fabergé gezeigt. Zum ersten Mal überhaupt ist in der Ausstellung das Schmuckschaffen der Darmstädter Künstlerkoloniemitglieder Joseph Maria Olbrich, Patriz Huber, Rudolf Bosselt, Ludwih Habich, Hans Christiansen präsentiert.

GLANZ EINER EPOCHE – Jugendstilschmuck aus Europa bis 11. Dezember 2011,

Museum Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt

 

 

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