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Die Skulpturenbiennale “Blickachsen” in Bad Homburg und Frankfurt Rhein-Main noch bis 4.10.

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Stefan Rohrers Skulpturen und Zeichnungen sind von seiner persönlichen Leidenschaft für das Auto geprägt. Er bricht die Karosserien von Autos, Motorrädern oder Rollern auf, streckt und dehnt sie durch das Einsetzen von Stahlblechen und verwandelt sie in elegant geschwungene oder arabeskenhaft sich schlängelnde Objekte. In ihnen scheinen sich wie mit dem Zeitraffer aufgenommene Bewegungsabläufe materialisiert zu haben, deren Geschichte sie erzählen. Nach eigener Aussage visualisiert Rohrer den Rausch der Geschwindigkeit – Katastrophen eingeschlossen. Auf dem Schmuckplatz des Kurparks schleudert ein grasgrüner Mini
beim abrupten Halt sein Innerstes nach außen – allen voran den knallroten Sitz, gefolgt von
Tacho, Lenkrad und Reifen – und verwandelt sich augenblicklich in eine rot blühende Pflanze,
deren botanischer Name (wie Rohrer humorvoll impliziert) „Miniatus Floridus“ ist. Über die
Assoziationskette Flower-Power / Gewaltfreiheit schließt er inhaltlich an das vor zwei Jahren
hier installierte, warnende blaue Kriegsgerät „WWIII“ von Joep van Lieshout an.

Die Arbeit ist bis 6. Oktober zu sehen im Rahmen der Ausstellung “Blickachsen”. Sie zeigt rund 90 Skulpturen und Installationen von Künstlern aus 15 Ländern  im öffentlichen Raum von Bad Homburg und sechs weiteren Standorten im Rhein-Main-Gebiet.  Allein im Lennéschen Kurpark Bad Homburgs und in dessen landgräflichem Schlosspark sind insgesamt 37 Arbeiten ganz unterschiedlicher künstlerischer Strömungen zu sehen.

Bei  “Arancio” schleudert das Vorderrad der aus einer Vespa gefertigten Arbeit bereits durch die Luft, während das Hinterrad den Betrachter scheinbar zeitlich zurückversetzt in den Moment der Bodenhaftung. Sehnsucht und Gefahr, Unbeschwertheit und Ernst führt Stefan Rohrer in seinen optisch verführerischen Arbeiten spannungsreich zusammen. Mehr Informationen unter www.blickachsen.de.

 

Stefan Rohrer, Arancio, 2011, Courtesy Galerie Scheffel und Künstler

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