Am 27.2. im Rahmen der Tanzbiennale Heidelberg: La Veronal “Voronia”

VORONIA 04 ©Josep Aznar_Grec 2015 Festival de Barcelona(1)

 

Diese Hölle ist mit Bibelstellen bestückt und wir sind schon mitten drin. So sieht es der katalanische Choreograf Marcos Morau des Tanzkollektivs La Veronal in seinem neuen Stück Voronia. Entstanden als Residenzprogramm im Staatstheater, wird Morau im nächsten Frühjahr auch mit den Tänzern des Hessischen Staatsballett ein Stück kreieren. Ob es darum dann um den „Himmel“ geht, sagte er beim Künstlergespräch allerdings nicht.

Als ob in die Tänzer Dämonen gefahren sind, aber der Exorzist ausbleibt, und ein Abendmahl ohne die rettende Anwesenheit eines Erlösers. Wie Marionettenfiguren bewegt sich das achtköpfige Ensemble, sie zucken und klappen in sich zusammen, unter der Last des Bösen. Die Woronija Höhle in Georgien ist Schauplatz dieses Stücks von Morau, mit vermessenen 2191 Metern ist sie die tiefste bekannte Höhle der Welt. Dort verortet der Katalane die Hölle. Immer wieder nimmt er Orte in den Fokus seiner Choreographien und lädt sie symbolisch auf, ob es Siena, Kopenhagen oder Moskau ist. Er selbst ist kein Tänzer, hat aber am Nederlands Dans Theater assistiert, und Choreographie studiert. Vor zehn Jahren hat er La Veronal gegründet.

Ein blonder Junge erscheint als Zeichen der Unschuld, voller Symbole packt Morau diese Momentaufnahme, aus der sich keine Geschichte entwickelt: Ein Wesen mit Gorillakopf, dass aus einem Leichenkühlhaus geschoben wird, der Blick in einen Klinikraum, in dem ein Mensch zur Welt zu kommen scheint und die unverkennbare Anspielung an das Abendmahl in der letzten Szene, in der sich alle so langweilen, dass einem Glatzköpfigen die nicht vorhandenen Haare rasiert werden und nur Eine laut zeternd nach dem ganzen Sinn in diesem Unsinn fragt.

Copyright Julia Reichelt

 

 

 

 

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