Willkommen im digitalen Zuhause – die Ausstellung new narratives von Hessen Design

Bild new narratives

Wie gehen Designer mit dem Thema Digitalisierung um, wie verändert sich das Gestalten durch neue Technologien? Die aktuelle Ausstellung “new narratives – design im digitalen Zeitalter” von Hessen Design gibt noch bis zum 19. Oktober im Designhaus Darmstadt einen Einblick in mancherlei interessante Zukunftsvision, wie sich unser Alltag gestalten könnte.Die „Supaheroe“-Jacke, die der österreichische Designer Wolfgang Langeder zusammen mit dem Fraunhofer Institut entwickelt hat ist bereits käuflich zu erwerben: Eine Hightech-Fahrradjacke, die durch bewegungssensible LEDs eine erhöhte Sicherheit darstellt, weil sie auf Körperbewegungen des Trägers reagiert, beim Abbiegen und in der Nacht blinkt, sogar in der Lage ist, durch eine Stadt zu navigieren. Sie gibt misst den Pulsschlag des Trägers, um ihn gesundheitlich zu überprüfen. Nicht mehr die Materialisierung, die Wiederverwertbarkeit von Rohstoffen, wie es im letzten Jahr das Thema von Hessen Design war, sondern Design, dass sich auflöst, steht nun im Mittelpunkt. Was passiert, wenn wir kein mobiles Telefon, keinen Laptop mehr brauchen, weil die Chips schon in der Kleidung verarbeitet sind? Der „Lorm Glove“ ist ebenfalls ein hochtechnisches Accessoire: er funktioniert als Handschuh für Taub-Blinde, die damit in der Lage sind, Textmeldungen zu verschicken oder zu empfangen, am sozialen Netzwerken teilzunehmen.

Das „Aktivhaus B10“ ist bezugsfertig und kann probebewohnt werden. Es steht in der Weißenhofsiedlung in Stuttgart und ist der Prototyp einer neuer Gebäudetechnologie, kann – so erhofft es sich der Architekt und Designer Werner Sobek – auf Komfortbedürfnisse optimal eingehen. Schon von weitem etwa können die Bewohner das Licht oder die Heizung anstellen können. Ähnlich wie es bei Autos funktioniert, die per Knopfdruck schon auf Distanz auf- oder zugeschlossen werden können. Nicht zufällig das Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit der Daimler AG entstanden. Eine richtige Lichtinszenierung des Hauses wäre dann durch „Hue Lux“ von Philips Hue möglich. Sei es Gute-Nacht Beleuchtung, oder die Morgensonne, die ins Zimmer geholt werden soll, mit „Hue Lux“ schaltet man nicht mehr einfach nur die Lampe an, sondern inszeniert wie in Kino oder Theater die Beleuchtung. Ausgestattet werden könnte das Haus dann mit dem „Pulse Low Chair“ des niederländischen Designers Dirk van der Kooij oder einem anderen Möbelstück seiner neuen Kollektion . Der Stuhl ist nicht mehr durch einen 3-D-Drucker entstanden, sondern durch einen vom Designer umprogrammierten 3D-Roboter. In den Maßen 1:1 stellt dieser aus alten Kühlschrank-Schnipseln Stühle nach industriellem Standard her. „Das könnte eine ganz neue Richtung sein, die Designer in Zukunft aufgreifen.“ steht für Cornelia Dollacker, Leiterin von Hessen Design, fest.

Am weitesten denkt jedoch Steffen Rückert voraus: auf dem Boden des Ausstellungsraumes befindet sich lediglich ein überdimensionaler QR-Code, der mit einem Smartphone oder I-Pad angesteuert werden kann. Erst dann steigt, wie eine Fata Morgana, ein Geländefahrzeug empor, sichtbar nur mehr als virtuelles Objekt.

Am 17.10.2014, 11 bis 17 Uhr gibt es ein vertiefendes Symposium zum Thema, an dem auch der Frage nachgegangen wird: Beherrschen die Designer die technologischen Tools oder beherrschen die Tools die Designer?

Die Ausstellung ist zu sehen bis 19.10.2014. Führungen durch die Ausstellung finden jeweils am Freitag um 18 Uhr statt.

Copyright Julia Reichelt, für das Darmstädter Echo

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